Lemmon - ist keine Zitrone!
Komet "Lemmon" hat für einige Aufmerksamkeit gesorgt!

Wie schön!
Beide Bilder aus der Sternwarte sind vom 19. Oktober 2025. Belichtungszeit 33 Minuten, Brennweite 470mm. Das "Stottern" der Sterne kommt daher, dass es extrem windig war und einige Bilder, die in die Lücken gehören, so verwackelt waren, dass sie für die Integration nicht verwendbar waren.

Hier einige Fakten:
Bezeichnung: C/2025 A6 (Lemmon)

Entdecker: Mount Lemmon Survey (D. Carson Fuls)
Entdeckungsdatum: 3. Januar 2025
Vorfund (Precovery): Bilder vom 12. November 2024 durch Pan-STARRS
Art: Nicht-periodischer Komet (langperiodisch)
Umlaufbahn:
Perihel (tiefster Sonnenabstand): ~ 0,53 AU am 8. November 2025
Exzentrizität: ~ 0,9957 (inbound)
Umlaufzeit (vor Perihel): ca. 1.350 Jahre
Umlaufzeit (nach Perihel): ~ 1.120–1.150 Jahre (wegen Bahnänderung)
Nächster Erdevorbeiflug: 21. Oktober 2025 bei etwa 0,60 AU Abstand
In Sonnennähe, er umkreist die Sonne in einer sehr weiten Ellipse, hatte er eine Geschwindigkeit, relativ zur Sonne, von ca. 60 km/Sekunde = 216.000 km/h
Das ist der Grund, warum im Bild die Sterne, die sich ja von uns aus gesehen so gut wie nicht bewegen, Strichspuren erzeugen, währen auf den Kometen fixiert nachgeführt wird.
In einem sehr aufwändigen Rechenverfahren werden die Sterne fixiert und ebenso der Komet, sodass ein Bild entsteht, das beides scharf zeigt:

Helligkeit: Geschätzt auf bis zu Mag. ~4,0 – war unter dunklem Himmel mit bloßem Auge sichtbar meistens jedoch mit Fernglas.
Farbe & Schweif: Der Komet zeigt ein grünliches Leuchten, das von diatomarem Kohlenstoff (C₂) in seiner Koma herrührt.
Sichtbarkeit: Besonders gut von der Nordhalbkugel aus zu sehen. Im Oktober 2025 in Morgen- und Abendhimmel.
Erneute Rückkehr: Durch die Bahnänderung nach dem Perihel wird erwartet, dass der Komet erst wieder in rund 1.150 Jahren sichtbar sein könnte.
Namensgebung
bei Kometen – ein Blick hinter die Bezeichnungen
Die
Benennung von Kometen folgt klaren Konventionen, die von der Internationalen
Astronomischen Union (IAU) festgelegt sind. Diese Regeln helfen dabei, die
Unmengen an Kometen systematisch zu klassifizieren und lassen sofort
Rückschlüsse auf ihre Eigenschaften zu.
Wie
Kometen ihren Namen bekommen
1.
Typ-Kennzeichen
Ein
Präfix zeigt, welcher Typ von Objekt es ist:
„P/“
steht für periodische Kometen (also solche, die regelmäßig wiederkehren),
„C/“
für nicht-periodische Kometen,
„D/“
für solche, die verschwunden sind,
„X/“
für Objekte mit unklarer Bahn,
und
ganz besonders „I/“ für interstellare Objekte, also solche, die nicht aus
unserem Sonnensystem stammen.
2.
Datum der Entdeckung
Danach
folgt das Jahr der Entdeckung, ein Buchstabe für die Halbmonatsspanne (A =
erste Hälfte Januar, B = zweite, …), und eine Zahl, die angibt, wie viele
Kometen in diesem Zeitraum bereits entdeckt wurden.
3.
Name des Entdeckers
Schließlich
werden individuale Forscher oder Teams genannt – z. B. der Nachname von bis zu
drei Personen oder der Name einer Survey-Mission.
Ein
Beispiel: C/1995 O1 (Hale–Bopp) – „C/“ für nicht-periodisch, „1995 O1“ nach
Datum und Reihenfolge, „Hale–Bopp“ sind die Namen der Entdecker.
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Nun hatten wir ja noch den sehr aufredenden Besucher mit dem Namen 3I/Atlas.
Warum
heißt der Komet „3I/ATLAS“?
Ein
besonders spannendes Beispiel für die Namenskonvention ist 3I/ATLAS, ein
interstellarer Komet, der 2025 entdeckt wurde.
„3“
bedeutet: Es ist der dritte bestätigte interstellare Besucher, den wir
kennen.
„I“
steht für „Interstellar“, damit wird klar, dass sein Ursprung außerhalb unseres
Sonnensystems liegt.
„ATLAS“
ist der Name des Teleskops bzw. der Survey-Mission, die den Kometen entdeckt
hat („Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System“).
Zusätzlich
hat 3I/ATLAS eine offizielle Bezeichnung nach dem üblichen Schema: C/2025 N1
(ATLAS). Dabei steht:
„C/“
– nicht-periodisch,
„2025
N1“ – Entdeckung im Jahr 2025 in der zweiten Hälfte des Juli (N steht für den
entsprechenden Halbmonat), erste Entdeckung dieses Zeitraums,
„(ATLAS)“
– wieder das Entdecker-Teleskop.
Bedeutung
und Besonderheit von 3I/ATLAS
Der
Komet wurde am 1. Juli 2025 vom ATLAS-Teleskop in Chile entdeckt.
Seine
Bahn ist hyperbolisch, was bedeutet, dass er nicht an die Sonne gebunden ist –
ein klassisches Merkmal eines interstellaren Objekts.
Aus
Beobachtungen (z. B. durch das Hubble-Teleskop) geht hervor, dass er ein
aktiver Komet mit Eis, Staub und einer Koma ist.
Besonders
spannend: Spektralanalysen zeigen, dass sein Gas-Schweif sehr CO₂-reich ist,
deutlich mehr im Vergleich zu vielen bekannten Kometen.
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